Load Balancing kann bei der Verarbeitung von Online-Zahlungen oder Kartenzahlungen ohne physische Präsenz mehrere Vorteile bieten. Ein wesentlicher Vorteil für Händler ist die Risikostreuung, da sie nicht von einem einzigen Zahlungsanbieter oder Finanzinstitut abhängig sind. Die Transaktionen werden auf mehrere Händlerkonten bei verschiedenen Zahlungsanbietern verteilt. Dies bedeutet, dass bei Problemen mit einem dieser Anbieter (z. B. Übernahme des Anbieters, Geschäftsaufgabe, technische Probleme bei Auszahlungen usw.) die Auswirkungen auf die Liquidität des Händlers reduziert werden und es keinen einzelnen Ausfallpunkt gibt (z. B. Wirecard oder Silicon Valley Bank).
Ein zweiter Vorteil besteht darin, dass Händler oft mit mehreren Anbietern (Multi-Acquirer-Konfiguration) in ihren Verträgen Schwellenwerte für das Mindesttransaktionsvolumen festlegen haben. Der Händler kann somit sicherstellen, dass genügend Transaktionen von seinem primären Zahlungsabwickler verarbeitet werden, um diese Schwellenwerte zu erreichen, indem er ihnen Priorität einräumt und gleichzeitig einige Transaktionen an den sekundären (Backup-) Zahlungsabwickler weiterleitet. Dies stellt sicher, dass der Händler bei beiden Anbietern einen guten Ruf genießt und gleichzeitig eine Ausweichmöglichkeit hat, falls Probleme mit dem primären Anbieter auftreten.
Ein weiterer Vorteil ist, dass Load Balancing A/B-Tests mit zwei Anbietern ermöglicht, so dass strategische Entscheidungen über die beste Art und Weise, Zahlungen weiterzuleiten, getroffen werden können. Nach einer gewissen Zeit können die Ergebnisse der beiden Anbieter analysiert und Entscheidungen darüber getroffen werden, wie Transaktionen in Zukunft weitergeleitet werden sollen, um den Zahlungsfluss des Händlers zu optimieren. Beispielsweise kann es sein, dass ein Anbieter in bestimmten BIN-Bereichen für Kreditkarten besser abschneidet als der andere.